DIE GEMA 1/3

Einen wichtigen Teil des Projektes haben wir bislang ausgespart: Musikrechte. In der Kalkulation ist die Gema bereits aufgetaucht. Später auch immer wieder kurz am Rand. Immer wieder wurden in den Kommentaren Fragen dazu gestellt. Wir wollen dieses komplexe Thema in drei Artikeln vorstellen.


Logo: Gema

Nach dem Medienwirbel um die Umstellung der Tarife für Live- und Clubmusik in den vergangenen Monaten, dürfte die Gema vielen ein Begriff sein. Wütende Clubbetreiber, Diskothekensterben. Doch welche Rolle spielt die Gema für den Musiker, den Urheber? Klinke auf Cinch ist Gema Mitglied. Über Bandleader Clemens Kynast werden dort die Werke der Band verwertet. Warum? Weil die Gema ein Monopol auf die Rechteverwertung hat und man es sich als Band, die viel live spielt, ambitioniert Musik veröffentlicht und auch mal im Radio gespielt wird, nicht leisten kann, auf diese Einnahmemöglichkeit zu verzichten. Wo und wie an diesen Stellen Geld verdient wird, schieben wir kurz nach hinten. Denn wenn man Musik veröffentlichen will, heisst es erstmal: Bezahlen!

Den ersten Kontakt mit der Gema hat man, wenn man Musik offiziell in einem Presswerk auf CD oder Vinyl bannen möchte. Dafür braucht man eine sogenannte „Gema-Freigabe“. So prüft die Gema ob Gema-pflichtiges Material gepresst wird. Das Presswerk sichert sich so ab, dass es nicht gerade illegal die Best-of Kanye West herstellt, die dann auf osteuropäischen Wochenmärkten verschleudert wird. Dann erhebt die Gema eine „Vervielfältigungsgebühr“. Man bezahlt für jede Kopie einen Betrag, der, abzüglich einer Bearbeitungspauschale (oder: “Bürokratieapparats-Steuer”) an den Urheber geht. An unserem speziellen Fall bei Analogsoul zeigt sich eine kleine Schwäche des Systems: Wir, als Urheber der Musik, lassen diese auch industriell pressen und bezahlen somit für uns selbst.

Die Gebühren belaufen sich auf 866 Euro für 1000 Cds und 664 Euro für 300 Doppelvinyl für „highs & hills“. Und dieses Geld müssen wir jetzt bezahlen, und da die Gema auch nur einmal im Jahr auszahlt, bekommen wir erst Anfang November 2013 ca 80% dieses Geldes zurück. (Wenn nichts schiefgeht. Und bei der Gema geht immer mal was schief. Und dann ist ganz schnell 2014.)

Gut 1530 Euro sind von unserem Konto runter. Da kommt man leider nicht drum herum. Ein Ausweg wäre das Brennen auf CD-R, die dann z.B. bestempelt werden. Aber auch dort verdient die Gema mit. Auf jeden Rohling, jeden USB-Stick, jedes Kopiermedium erhebt die Gema eine Gebühr. Hier ist die Übersicht. Warum wir da mitspielen? Weil es zum Glück auch eine Einnahmenseite gibt. Dazu mehr im zweiten Teil.


Veröffentlicht unter business





Eine Antwort auf DIE GEMA 1/3

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