PROMO / DER PRESSETEXT

Bevor man Promo machen kann, muss man zuerst ein paar Sachen für die schreibende, bloggende und sendende Zunft sammeln. Man braucht Fotos, Musik zum Reinhören als Link oder Download, am besten ein Video. Und Worte. Wir beginnen mit dem Pressetext.

Es ist keine leichte Sache Musik in Worte zu fassen. Schnell landet man bei Floskeln, erzählt viel und sagt nichts. Dennoch muss man die Eckpunkte Besetzung, Stil und gewünschte Außenwirkung, inklusive aller Informationen, die man gern preisgibt, griffig in ein paar Sätze pressen. Wir halten uns generell gern kurz und haben hier einen Entwurf, der aufmerksamen Fans bereits bekannt sein dürfte:

KLINKE AUF CINCH macht Liveelectronica zum hochwertigen und berührenden Konzerterlebnis. Die deepen Harmoniearrangements und klackernden Rhythmusfundamente von Clemens Kynast und Lutz Hartmann werden durch Patrick Föllmer an Gitarre und Effekten und Martin Pfützenreuter, Vocals,  in eine andere Welt gehoben. Der KLINKE AUF CINCH Kosmos ist ein homogenes Ganzes, irgendwo zwischen gebremstem House, beschleunigtem Jazz, reduziertem Pop und harmoniegetränktem Minimal. Irgendwo zwischen Peaktime im Club und Matineekonzert am Nachmittag. Die Virtuosität der Musiker trifft auf die kühle Eleganz der Maschinen. Loop meint Soul. Beat meint Herzschlag.

Für uns ist interessant: Was wollt ihr über Musik lesen? Was sind wichtige Informationen für euch? Würdet ihr zum Konzert gehen, wenn dieser Text in der Ankündigung steht? Ist das schon zu lang oder würdet ihr gern mehr lesen? Ist alles Essentielle drin? Sagt euch der Text was?

Feedback gern hier in den Kommentaren. Vielleicht entspinnt sich ja eine spannende Diskussion.


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11 Antworten auf PROMO / DER PRESSETEXT

  1. Jens sagt:

    Ich finde den Text ziemlich gut, stehe nur auf Grund meiner Stilunsicherheit in Bezug auf house, minimal und ähnlicher elektronischer Spielarten total im Wald. Ähnlich gehts mir mit Begriffen wie Peaktime und anglizismen wie “deepen” die ich mir zwar vorstellen kann, die das ganze aber etwas gestelzt klingen lassen. Trotzdem ein sehr süffiger Text mit viel Information auf kleinem Raum.

  2. Felix sagt:

    also, ich finde wichtig, dass man herauslesen kann wie die Musik präsentiert wird. Bei eurem Pressetext entsteht ein Bild von Kreativität, aber auch bewegt sich die Suche zum geneigeten anspruchsvollen Hörer. Man sollte offen für jederart Musik sein. Beispielhaft, ich, 19, könnte den Text in meiner Klasse vorlesen und 98% meiner Mitschüler würden nicht sehr offen reagieren, wenn sie schon die ersten Wörter hören. Zusammengefasst spricht der Text den eigenwilligen, toleranten und experimentierfreudigen Musikliebhaber an – wohl wird das auch eure Intention sein ;-) .
    MICH würde das sofort ansprechen!

  3. Marcus sagt:

    sehr guter und treffender pressetext!
    einzig mit ‘Die deepen Harmoniearrangements…’ kann ich mich gar nicht anfreunden. Wieso nicht einfach ‘Die tiefen Harmoniearrangements…’?

  4. Gregor sagt:

    An sich finde ich den Text griffig und er artet nicht in überschweifenden Verbildlichungen aus. Nur im Falle einer Konzertankündigung, wäre mir die Beschreibung der Musikstile zu unspezifisch. Durch die Beschreibung “irgendwo zwischen” ist es schwierig eine Vorstellung davon zu bekommen, was einen für Musik erwarten würde.

  5. fab sagt:

    Danke für das Feedback soweit. Anglizismen sind natürlich ein Problem. “Deep” kann man mit “tief” tauschen (das werden wir wohl auch machen), ansonsten sind die szenetypischen Begriffe und auch viele Begriffe, um Musik zu beschreiben, aus der englischen Sprache entnommen und kaum zu ersetzen. Das Klinke auf Cinch musikalisch zwischen den Stühlen steht, macht die Sache mit der Eingrenzung nicht leichter. Wir wollen auf jeden Fall vermeiden, das die Konzerte nur “Kenner” besuchen, da wir schon denken, dass Klinke auf Cinch auch Leuten gefällt, die sonst nicht viel mit elektronischer Musik am Hut haben.

  6. Oli Olsen sagt:

    Als mir der Text ein zwei mal bisher im Internet begegnet ist, fand ich ihn gut und er hob sich, vielleicht auch nur durch den persönlichen Bezug zur Band, ab.

    Jetzt, im Zustand kritischer Reflexion glaube ich schon den ein oder anderen dumpfen Verbalton und satztechnisches Rauschen zu erkennen, welche den gewünschten Effekt, die Übersetzung eurer Musik in Text, etwas reduzieren.

    Bereits im ersten Satz, das erste Wort nach euerm Namen (macht) ist ein dreckiger kleiner Bandit. Der nichts kann, aber alles versucht, den jeder benutzt ohne zu wissen warum. Er betont nichts sondern verschleiert mit seiner Aura des Beliebigen alle Schönheit eines Vorgangs, jede Ästhetik eines Prozesses.

    Bis jetzt habe ich euch erst einmal live erleben dürfen und da war kein machen. Es war ein zartes Werden. Es gab den Moment des Hierseins, die Einladung an eine Freiheit des Entfaltens sich auf eure musikalischen Fähigkeiten niederzulassen und mit der verspielten Unbekümmertheit einer jungen Band zu flirten.

    Die dabei entstandene Musik und der unschuldige bis leicht schüchterne Ausdruck seiner Erzeuger hat mich restlos begeistert.

    Mein Blabla hilft euch jetzt nicht weiter, aber hey zur Peaktime im Club kann euch auch kein Pressetext mehr helfen :D

    Weiter so und vielen Dank für dieses schöne Projekt.

  7. maria sagt:

    Ich persönlich mag es, wenn es bildlich losgeht und würde daher die Absätze tauschen und mit “Der KLINKE AUF CINCH Kosmos ist ein…” bis “…und Matineekonzert am Nachmittag.” beginnen. Namen und konkrete Besetzung können für mich gern erst später kommen, weil ich erst ein emotionales Bild haben möchte und erst wenn mich das anspricht den rationaleren Teil wissen will. “Loop meint Soul. Beat meint Herzschlag.” würde dann – damit es rund ist – an den Schluss setzen.

  8. Pingback: releasingarecord.de - Pressetext und Presse - recordJet Blog

  9. Goldt sagt:

    Ahoi Matrosen, wie meinte Zappa mal treffend: “Über Musik zu reden ist wie über Architektur zu tanzen.”, so verhält es sich natürlich auch bezüglich des Schreibens. Ich tue es trotzdem. Gern auch für Euch. Petri Goldt

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